‚Oxford Shoes‘ Radierung

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Meine allererste Radierung war ein sehr schönes Erlebnis und soll auch dementsprechend eingerahmt werden. Während meiner Ausbildung in Grafikdesign habe ich die Möglichkeit gehabt das uralte Tiefdruckverfahren (genau genommen aus dem 15. Jh.!) kennenzulernen und damit zuarbeiten. Es ist ein sehr kompliziertes und arbeitsaufwendiges Verfahren, welches man nicht leicht bzw. gar nicht zu Hause nachmachen kann. Es gibt verschiedenste Techniken und Spielereien hierfür, eines davon werde ich weiter unten zusammengefasst erläutern.

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Die zuvor polierte Kupferplatte wird mit einer säurebeständigen Schicht abgedeckt. Mit einer Radiernadel wird das spiegelverkehrte Motiv in die aufgetragene Schicht der Kupferplatte gekratzt.

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Danach legt man die Kupferplatte in ein Säurebad, wodurch die Säure die gekratzen Stellen vertieft. Je länger die Kupferplatte der Säure ausgesetzt wird, desto tiefer werden die gekratzten Stellen. Auf die Kupferplatte wurde eine schwarze Farbe aufgetragen und anschließend mit einem Tuch ordentlich blankgewischt. Die Farbe bleibt in den gekratzten Stellen über und das Bild ist druckfertig. Die polierte Platte wurde mit einem angefeuchteten Papier bedeckt und durch eine Walzendruckpresse gezogen. Das Papier nimmt dabei die Farbe aus den Vertiefungen auf, wodurch ein seitenverkehrter Abdruck entsteht.

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Das Schöne an dem Ganzen ist, dass es noch verschiedenste Möglichkeiten gibt das gedruckte Bild weiterzuverarbeiten. Dieses Verfahren wurde mit Aquatinta kombiniert, damit eine entsprechende Tiefe in der Zeichnung entsteht. Dabei wurde die Platte entfettet und mit Kolophoniumstaub bestaubt und mit Hilfe einer Wärmequelle angeschmolzen. Es bildeten sich kleine Partikel, die die Kupferplatte vor Säure schützen. Da nur der Hintergrund des Motives bearbeitet werden sollte, wurde das Motiv mit einem Abdecklack bedeckt. Auch hier gilt – je dünkler die Fläche sein soll, desto länger muss die Platte im Säurebad verbleiben. In diesem Fall war es ungefähr eine Minute. Anschließend wurde die Platte erneut blankpoliert und das Bild gedruckt. Et voilà!